Beliebte Sportarten in Deutschland: Handball
Was ist Handball und wie sind die Regeln?Bei Handball stehen sich zwei Mannschaften gegenüber. Die Mannschaft besteht aus sieben Spielern. Gespielt wird auf einem 40m * 20m großen, rechteckigen Feld in der Halle. Es gibt zwei Halbzeiten à 30 Minuten. Sollte es nach 60 Minuten Unentschieden stehen, gibt es bei Pokalspielen eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten. Steht es dann nach 70 Minuten immer noch Unentschieden, kommt es zum Siebenmeterwerfen. Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern geleitet. Beim Handball gibt es auch Strafen, wie zum Beispiel die Zwei-Minuten-Strafe. Bekommt ein Spieler zum dritten Mal die Zwei-Minuten-Strafe, erhält dieser die Rote Karte und ist für die restliche Spielzeit gesperrt. Für einen Angriff hat man auch nur eine begrenzte Angriffszeit. Sollte der Angriff zu lange dauern, wird nach einer bestimmten Zeit der Ball der anderen Mannschaft zugesprochen.
Die Entwicklung der Hallensportart Handball.
Hallenhandball gibt es so lange noch gar nicht. Erst seit den 1970er Jahren ist Hallenhandball etabliert. Vorher spielte man draußen auf dem Feld. 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin war Feldhandball das erste und einzige mal im Programm der Spiele. Bei Weltmeisterschaften war Deutschland mit Abstand die stärkste Nation. Nach und nach lief Hallenhandball dem Feldhandball den Rang ab, da man beim Feldhandball vom Wetter abhängig war. So spielte man noch bis in die 70er Jahre Feldhandball. Ab den 70ern spielte man dann nur noch in der Halle. Doch auch hier gab es im Laufe der Zeit Änderungen. So fielen immer mehr Tore. Ein Beispiel: Beim ersten Länderspiel von Deutschland gegen Österreich 1925 ging die Partie 6:3 aus. Heute fallen bis zu 50-60 Tore pro Partie.
Hallenhandball ist seid 1972 (Männer) und 1976 (Frauen) auch ein fester Bestandteil der Olympischen Sommerspiele.
Handball in Deutschland
Den Deutschen Handball Bund gibt es seit 1949. Der Profisport in Deutschland ist breit aufgestellt. So gibt es seit 1966 (Männer) und 1975 (Frauen) eine Bundesliga. Da drunter gibt es sowohl bei Frauen als auch bei den Männern eine zweigleisige Zweite Liga. Bei den Frauen ist Bayer 04 Leverkusen Rekordmeister. Die Titel von Bayer liegen jedoch schon über 20 Jahre zurück. In den letzten Jahren waren vorallem der HC Leipzig und die Frauenmannschaft des 1. FC Nürnberg in der Bundesliga dominierend. Bei den Männern ist der THW Kiel Rekordmeister und auch aktuell Deutscher Meister. Die Meistertitel sind auf die letzten beide Jahrzehnte zurück zu führen. Bis in die 90er Jahre war der VFL Gummersbach die führende Mannschaft in Deutschland. Doch in den letzten Jahren fiel die Mannschaft vor allem hinter die Mannschaften aus dem Norden Deutschlands zurück und konnte die Erfolge aus den 70er und 80er Jahren nie wiederholen.
Der vielleicht bekannteste Handballspieler ist der heutige Bundestrainer der Männer, Heiner Brand. Ihn kann man als Franz Beckenbauer des Handballs bezeichnen. Er wurde wie Beckenbauer als Spieler (1978) und als Trainer (2007) Weltmeister. Er ist bereits seit 1997 Bundestrainer und führte die deutsche Mannschaften zu großartigen Erfolgen zurück. Später dazu mehr. In seiner aktiven Spielerkarriere und als Trainer war er mit dem VFL Gummersbach sehr eng verbunden.
Auch eine Persönlichkeit dieses Sports ist Joachim Deckarm. Er wurde ebenfalls 1978 Weltmeister und war jahrelanger Spieler des VFL Gummersbach. Doch ein Jahr nachdem er Weltmeister wurde, musste er seine Karriere beenden, da er bei einem Europapokalspiel des VFL Gummersbach auf den Kopf fiel, schwere Kopf- und Gehirnverletzungen erlitt und monatelang im Koma lag. Bis Heute leidet er an diesen Verletzungen. Heute gilt er mit als einer der besten deutschen Spieler aller Zeiten.
In den letzten Jahren standen vor allem Markus Baur, Stefan Kretzschmar und Christian Sprenger im Vordergrund. Mit Michael Kraus, Dominik Klein und Pascal Hens begann eine neue Epoche.
Nach der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land kamen mehr junge Menschen zum Handball. Die Jugendabteilungen aus den Vereinen bringen immer wieder neue Topspieler hervor. Mitlerweile verfügte jeder Profiverein über eine eigene Jugendmannschaft.
Leider gehören auch menschliche Tragödien zum Handball. Im März 2009 starb mit U-21 Nationalspieler Sebastian Faißt eines der größten Handballtalente in Deutschland. Anfang dieses Jahres starb Oleg Velyky, der 2007 zum Kader der WM gehörte an Krebs. Trotz der Erkrankung, die 2008 festgestellt worden wurde, spielte er weiterhin Handball.
Handball hat mittlerweile auch in den deutschen Medien eine große Bedeutung. So kann man die Welt- und Europameisterschaften ohne Probleme entweder bei ARD/ZDF oder bei Sport1 (früher DSF) verfolgen. Die Bundesliga kann man sehr oft bei Sport1 verfolgen. Bei Eurosport kann man sehen, wie sich die deutschen Mannschaften in der Champions League schlagen. Insgesamt kann der Fan viele Spiele seiner Lieblingsmannschaft und der Nationalmannschaft verfolgen, was vorallem der Heim-WM 2007 zu verdanken ist.
Europapokal und International
Neben Deutschland sind auch die Spanier sehr erfolgreich im Europapokal. Regelmäßig holen entweder deutsche oder spanische Mannschaften die Siege in der EHF Champions League, dem EHF Pokal und dem EHF-Europapokal der Pokalsieger. In der Champions League gab es bisher zwei Siege deutscher Mannschaften (SC Magdeburg 2002 und THW Kiel 2007). Im EHF Pokal gewannen deutsche Mannschaften die letzten sechs Mal hintereinander. Der letzte Erfolg im EHF-Europapokal der Pokalsieger stammt aus der Saison 2006/2007. Insgesamt sind deutsche Mannschaften in Europa am erfolgreichsten. International muss sich Deutschland auch nicht verstecken. So stehen bisher drei Weltmeistertitel (1938, 1978 und 2007) zu Buche. Nach den Erfolgen in den 70er Jahren gab es seit 2000 einen Aufschwung in der Nationalmannschaft. Die Frauen waren ebenfalls sehr erfolgreich. Sie wurden 1993 Weltmeister und 2007 Dritter bei der Weltmeisterschaft. Bei Olympia war Deutschland bisher zwei Mal Silber-Gewinner. Die DDR wurde 1980 Olympiasieger.
Fazit
Deutschland gilt mit als das erfolgreichste Land im Handball. Die internationalen Erfolge können sich sehen lassen. Der Höhepunkt war das Jahr 2007, als Deutschland erst im eignen Land zum dritten Mal Weltmeister wurde und dann die Mannschaften aus der Bundesliga alles gewannen, was es international zu gewinnen gibt (Champions League, EHF-Pokal und Pokal der Pokalsieger). Seitdem gilt die deutsche Bundesliga der Männer als die beste Liga der Welt. Auch in dieser Saison schlagen sich deutsche Mannschaften im internationalen Vergleich sehr gut. Hingegen sind bei der Nationalmannschaft Probleme zu erkennen: Nach dem WM-Sieg 2007 kam die deutsche Mannschaft nur noch bei der EM 2008 ins Halbfinale. Man muss aber sagen, dass die Mannschaft sich im Neuaufbau zu den nächsten Sommerspielen 2012 von London befindet.
Michael Panse/Wikipedia Commons
Handball
Handball, Deutschland, Heiner Brand
28.03.2010 -
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