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Das Erste Deutsche Fernsehen wird 60 Jahre alt

Die ARD, voll ausgeschrieben: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Warum dies überhaupt gefeiert wird, was sich seit der Gründung der privaten Konkurrenz getan hat und warum die ARD immer weniger junge Zuschauer erreicht, zeigen wir euch hier und heute.
Gründung

Die ARD feiert in der Woche vom 12 bis zum 18 April 2010 ausführlich ihren 60. Geburtstag. Das Feierprogramm sieht zwei große Abendshows, Themennächte und Dokumentationen vor. Gefeiert wird mit Pauken und Trompeten. Zurecht ? Eigentlich nicht. Die ARD gründete sich zwar 1950, aber gesendet wurde erst ab 1952. Heute heißt der Erste Deutsche Sender "Das Erste". Die ARD besteht aus neun Landesrundfunkanstalten. Die größte ist der Westdeutsche Rundfunk, der kleinste ist Radio Bremen. Jeder dieser Anstalten hat auch ein eigenes Programm. Sie sind die dritten Programme der ARD. Im laufe der Jahre kamen neue Sendeanstalten dazu. Nach dem Fall der Mauer 1990 kam 1991 der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in die Senderfamilie. Im Radio gibt es über 40 Programme der ARD.


Geschichte

Die Geschichte des Ersten Deutschen Programmes ist ruhmreich und voller Höhepunkte. Noch heute gibt es ein Format aus der Gründungszeit. Es handelt sich im die älteste Nachrichtensendung des deutschen Fernsehens, die Tagesschau. Seit 1952 läuft die Tagesschau sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Die Hauptausgabe ist um 20 Uhr und wird täglich von mehr als 10 Millionen Menschen geschaut. Man kann die Tagesschau als eine der letzten Institutionen des deutschen Fernsehens nennen. In den 70er Jahren wurden die Tagesthemen gegründet, die die Zuschauer spät Abends informierte. In den 80er und 90er Jahren wurde dann das Morgenmagazin bzw. das Mittagsmagazin auf Sendung geschickt. Dazu gab es um die Mitternachtszeit das Nachtmagazin. Mittlerweile gibt es Tagesschau-Nachrichten am ganzen Tag.

Ein weiteres Standbein des Ersten ist die legendäre Sportschau. Seit 1961 gibt es die Sportschau im Fernsehen. Die Sportschau war ebenfalls Augenzeuge der Geburtsstunde der Fußball-Bundesliga. Man berichtet Samstagsabends meist ab 18 Uhr über die Bundesliga. Für viele Familien wurde es zur Tradition Samstagsabends die Sportschau zu gucken. Mit Gründung der privaten Sendeanstalten wurde immer weniger Bundesliga gezeigt. Ab den 90er bis zum Jahr 2003 stand man völlig ohne Bundesligarechte da. Erst 2003 kam die Bundesliga wieder zurück ins Erste. Neuer Gegner ist das Pay-TV, dass die Sportschau deutlich abwerten will und sie am besten Samstag spätabends sehen will. In der Sportschau wird aber nicht nur die Bundesliga gezeigt, sondern zum Beispiel auch Boxkämpfe, die Tour de France, natürlich Welt- und Europameisterschaften und die Olympischen Spiele.

In den Unterhaltungsshows gab es Klassiker wie "Auf Los geht’s los", "Einer wird gewinnen" und "Was bin ich?". Viele kennen auch Rudi´s Tagesschau, bei der Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens nach strich und Faden veräppelt wurden. Noch heute gibt es zwei Klassiker der Samstagabendunterhaltung. Bei der verstecken Kamera werden Menschen heimlich gefilmt, wenn sie von Prominenten oder normalen Bürgern durch den Dreck gezogen werden. Im Musikantenstadl werden vorallem die Fans des Schlagers und der volkstümlichen Musik bedient. In den vergangen Jahren kamen die meisten Primetimehows aus der Feder von Jörg Pilawa, der bei der ARD das Gesicht der Unterhaltung war.

Das Erste ist auch für spannende Krimiserien bekannt. So schauen jeden Sonntag Millionen den Tatort. Jedes Landesfunkhaus stellt ein Ermittlerteam. Die Macher scheuen sich auch nicht, schwierige Themen zu verfilmen. Seit 1970 gibt es den Tatort und ein Ende für die Filmreihe ist auch nicht zu sehen. Eine weitere bekannte Krimiserie ist der Polizeiruf 110. Nach der Wende führte die ARD die DDR-Krimiserie weiter. Sie läuft im Wechsel mit dem Tatort.

Seit 1971 gibt es eine Sendung, mit der viele aufgewachsen sind und die heutigen Kinder noch aufwachsen. Die Sendung mit der Maus. Diese Sendung erklärt den Kindern die Welt und zeigt ein Blick hinter manche Kulissen.

Vergangenheit und Gegenwart

Bis zum Start der privaten Konkurrenz hatte die ARD über 40 % Marktanteil. Nach und nach schrumpfte der Marktanteil und die private Konkurrenz wurde immer größer. In den 90er waren die privaten Fernsehsender zum ersten mal vor den öffentlich-rechtlichen Sendern. Doch ARD aber auch das ZDF haben ein Problem. Sie erreichen die junge Zuschauergruppe der 14-49 Jährigen kaum noch. Nur bei Welt-und Europameisterschaften, Olympischen Spielen und Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft schafft es die ARD noch junge Zuschauer zu erreichen. Statistiken belegen auch, dass das Erste mit 59 Jahren das zweitälteste Publikum hat. Nur das ZDF (mit 60 Jahren) hat noch ältere Zuschauer. Das Erste Deutsche Fernsehen verpasste es, auf die junge und private Konkurrenz einen Schritt zu zugehen. Jetzt bekommen ARD und ZDF die Rücklichter gezeigt und das sehr deutlich. Nicht mal mehr als sieben Prozent Marktanteil (außer bei WM´s, EM´s und Olympia) schafft die ARD in Regulären Monaten. Nur als Vergleich: RTL ist seit 18 Jahren Marktführer und holt jeden Monat über 16, sogar bis zu 18 % Marktanteil.

Ein Beispiel: Die drohende Schließung des jungen Senders GIGA. Der Sender, der im Internet eine Community von über 2,5 Millionen angemeldeten User verfügte, eine erfolgreiche und junge Marke war. Als bekannt wurde, dass Premiere (der damalige Besitzer) den Sender schließen wollte, hofften mehrere Zehntausend User zum Ziel, die ARD soll GIGA übernehmen. Die ARD überlegte auch eine Zeitlang, doch man kam zum Entschluss GIGA nicht zu übernehmen und die Hoffnung starb. Für die ARD war es die Chance, sich auf einen schlag mehrere Millionen junge Menschen zur ARD zu holen. Man warf sie einfach weg. Ob die ARD es heute bereut ?  

Die Ohnmacht der ARD sah man besonders beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Erst nach langen Verhandlungen holte die ARD sich nach den enttäuschenden Ergebnissen der letzten Jahre Hilfe bei Prosieben. Ausgerechnet, bei einem Privatsender. Stefan Raab und Prosieben sollen die ARD und damit auch Deutschland vor der nächsten Blamage beim Song Contest bewahren. Die ARD musste sich eingestehen, dass man alleine nicht weiter wusste.

Fazit
Ob die Kooperation mit Prosieben und Stefan Raab der erste Schritt in Richtung "junge Zuschauer" ist, dass weiß man nicht. Eines weiß man aber, die ARD verpasste es, trotz GEZ und erlaubter Werbung, aber ohne Mut zu neuem das Programm zu verjüngen. Auch wenn die deutsche Bevölkerung immer Älter wird, die ARD verliert von Jahr zu Jahr immer mehr Zuschauer.
Diese Woche kann sich die ARD feiern lassen, aber die Zukunft wird zeigen, ob sich die Geschichte wiederholen kann und ob junge Zuschauer auch einschalten, wenn die WM´s. EM´s und Olympische Spiele nicht mehr bei der ARD zu sehen sind.



Jochen Sievert/pixelio

Altersdurchschnitt


3.11 mit 18 Stimmen *****

ARD, Geburtstag, 60 Jahre 11.04.2010 - 0 Abonnenten - 398 mal gelesen

Kommentare:

KiinqRoBin schrieb:

18.04.2010

Und wer bezahlt das "geburtstagskind" ?
Wir die schön brav die GEZ zahlen x)
Caisen schrieb:

24.04.2010

echt schade. der untergang der ARD. mit ihr geht ein stück deutsche geschichte unter
Streethawk schrieb:

27.04.2010

Die ARD is völlig cool
als ich klein war liefen immer die tollsten sachen
es ergibt sinn des auch jugendliche wie wir etwas davon habn ...
eine zielgruppenerweiterung (hoffe ma des der begriff richtig ist ;) )
steigert qouten und damit ansehen
DJ-Toby schrieb:

03.05.2010

Zeit das die ARD ins Fernsehraltersheim geht:kach, ich find nur wenige Sendungen da Intersant
Domenik schrieb:

03.05.2010

Klar :roll. Dann verschwindet die Deutsche Elf im Pay-TV
DJ-Toby schrieb:

05.05.2010

Also Fußball schau ich mir noch auf der ARD an wenn es nicht auf ZDF übertragen wird.
VW schrieb:

09.05.2010

klasse^^